Tilop 2016 Heftig hindi!

19.-27.03.2016

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Am Samstag, den 18.3. trafen sich Reinhard, Maurer und ich um 10 Uhr morgens am Bahnhof in Büchenbach. Nachdem sich auf der zweistündigen Zugfahrt langsam alle 14 Teilnehmer aus verschiedenen Stämmen zusammengefunden hatten, erreichten wir Ebermannstadt, wo wir äußerst freundlich und indisch von den Teamern begrüßt wurden.

Dann gab es erst Mal ein Begrüßungsessen mit Dahl, einem indischen Eintopfgericht, das hauptsächlich aus Linsen und Curry zu bestehen schien. Anschließend wurden uns die Augen verbunden und wir fuhren zur Burg Feuerstein. Dort wurden wir dann erst mal in drei Gruppen aufgeteilt und haben ein paar Begrüßungs- und Kennenlernspiele gespielt. Danach liefen wir zu dem Pfadfinderhaus bzw. dem indischen Tempel. Nachdem dort jeder mit einer Buddhastatue für ein Foto posiert und einen Steckbrief von sich ausgefüllt hatte, räumten wir unser Gepäck in den Schlafsaal und machten anschließend eine kleine Hausbesichtigung. Wir begannen im Versammlungs- und Essensraum, auch Neu Dehli genannt und beendeten unseren Rundgang im Tai Mahal, dem Turmzimmer. Nach einem Abendessen auf indische Art stellten sich dann die einzelnen Gruppen vor: Die atheistischen Mönche, die Koreander-kings und Majoschka. Beendet wurde der Tag mit ein paar weiteren Kennenlernspielen.

Am nächsten Tag begannen wir bereits um 7:30 Uhr mit der ersten R/R-Methode, der Streife. Hier soll für ein bestimmtes Thema sensibilisiert oder eine bestimmte Stimmung erzeugt werden. Mit heißem Tee und ein paar Keksen bewaffnet ging es also hinaus in die Kälte, um sich den Sonnenaufgang anzusehen und einfach mal die Ruhe des Morgens zu genießen. Den Sonnenaufgang konnten wir dank der dichten Wolkendecke zwar nicht beobachten, aber es war dennoch ein sehr guter Start in den Tag. Nach dem Frühstück und einer kurzen Pause stellten sich dann die einzelnen Stämme untereinander vor und es wurden weitere R/R-Methoden untereinander vorgestellt. Am späten Nachmittag sahen wir uns dann noch eine Diashow über Flüchtlinge an. Nach dem Abendessen ging es dann weiter mit der Einheit R/R sein ist cool. Nachdem wir eine Weile im Dunkeln gewartet hatten, wurden plötzlich Scheinwerfer eingeschaltet und zwei der Teamerinnen forderten uns enthusiastisch zu einer kurzen Aerobiceinlage auf. Als wäre das noch nicht genug gewesen, rannten plötzlich ein paar Teamer schreiend zwischen den ohnehin schon völlig verwirrten Teilnehmern umher, bis das Chaos schließlich in einer Polonese endete. Anschließend wurden uns die Augen verbunden und wir wurden in der Polonese durch den Wald geführt. Dort spielten wir - immer noch blind und orientierungslos - ein paar Sinnesspiele, bevor wir wieder zurück zum Haus und in die Jurte geführt wurden. Dort lauschten wir einigen Liedern, bis wir erneut aufstehen mussten und einzeln über die Feuerleiter ins Haus zurück und durch einen Parcour auf der Turmtreppe geführt wurden. Im Tai Mahal angekommen, durften wir endlich die Augenbinden abnehmen. Dann wurde bei Tee und Keksen eine Diashow von den Erlebnissen der Teamer gezeigt, um den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag sollten wir dann eine Kundschaft vorbereiten, also eine Fahrt, bei der man für ein bestimmtes Thema Informationen sammeln soll. Die Gruppen einigten sich auf die Themen Kirchen (Mönche), Wasser (Koreander-kings) und Wasser (Majoschka). Anschließend legte jedes Team einen Startpunkt fest. Die Kundschaft sollte am übernächsten Tag starten und am Folgetag beim Pfafinderhaus enden. Nach dem Mittagessen gab es dann ein Planspiel mit dem Thema Herstellung und Vertrieb von T-Shirts. Dazu wurden wir in verschiedene Gruppen aufgeteilt: Arbeiter, Fabrikbesitzer, Zwischenhändler und Konsumenten. Ich hatte das Glück, ein Konsument zu sein, ich musste also lediglich in der Küche ein wenig helfen und T-Shirts kaufen, während Reinhard und Maurer als Arbeiter draußen in der Kälte T-Shirts aus Papier ausschneiden mussten. Im Nachhinein wurde bei einem einfachen Arbeiteressen (Reis mit Bohnen) über die Erfahrungen der einzelnen Gruppen dieskutiert. Am Abend gab es dann noch eine kleine Kleidertauschparty, bis sich um 2 Uhr nachts auch die letzten schlafen legten.

Um vier Uhr morgens gab es ein böses Erwachen: Mit Stroboskop, Nebelmaschine, viel Geschrei und den Worten : DER TEMPEL STÜRZT EIN! wurden wir buchstäblich aus unseren Betten geworfen. Wir hatten nur knappe 5 Minuten zeit unsere Sachen zu packen, dann mussten wir auch schon in die Busse einsteigen und wurden an die Startpunkte der Kundschaft gefahren. Eine halbe Stunde später stand ich mit meiner Gruppe vor dem Dom in Bamberg und unsere Kundschaft begann. Nach ca. 12 Stunden Fußmarsch und 30 km Wegstrecke und zahlreichen Kirchen, Kapellen und Osterbrunnen kamen wir endlich in Heiligenstadt an. Nachdem wir in einem Jugendhaus der Kirche übernachtet hatten, machten wir uns wieder auf den Weg nach Ebermannstadt. Wieder zurück wurden wir erst mit einer Runde Bockspringen begrüßt und anschließend durch eine Art menschliches Förderband durch ein offenes Fenster ins Haus befördert. Am Abend stellten wir dann unsere Kundschaftsergebnisse vor. Anschließend folgte die Einheit Kuscheln und Tuscheln. Die Teamer waren während unserer Abwesenheit nicht untätig und hatten den Versammlungsraum Neu Delhi komplett mit Tüchern verhängt und in einzelne Bereiche aufgeteilt, in denen man verschiedenste Wellnessbehandlungen genießen konnte. Zusätzlich hatten sie eine Saunakothe als Highlight des Abends aufgebaut. Nach fast zwei Tagen auf Wanderschaft war uns das eine willkommene Abwechslung.

Den nächsten Tag füllte die Einheit Partnerschaft und Sexualität, die von zwei extra angereisten Referenten geleitet wurde. Dabei waren sowohl allgemeine sexuelle Fragen, als auch Konfrontationen mit Sexualität in der Jugendarbeit das Thema. Abends gab es dann noch ein Geländespiel im Wald. Das Programm endete in einem Singeabend in der Jurte.

Am darauffolgenden Tag sollten wir uns ein Projekt überlegen, das wir planen und in unserem Stamm ausführen sollten. Diese sollten wir dann kurz vorstellen. Dabei bekamen wir von jeweils drei Leuten ein kurzes Feedback. Anschließend folgten ein paar Spiele. Am Abend stellten wir den Teamern bei einem Geschäftsessen noch einmal unsere Projekte vor. Danach fand dann noch eine Wache statt. Wir begannen in der Jurte mit einigen Liedern. Nach und nach wurden wir dann einzeln auf eine Lichterspur geführt, die uns auf die Wache einstimmen sollte. Am Ende der Lichterspur bekamen wir ein Bündel, in dem sich eine Kohtenplane, eine Mappe mit Geschichten, eine Fackel, eine Wasserflasche (zum löschen), ein wenig Kleinholz, ein wenig Schnur, eine Kerze, ein paar Streichhölzer und drei Heringe befanden. Wir wurden in den Wald geführt und sollten dann dort unser Lager aufschlagen. Ich baute zuerst mein Zelt im Fackelschein auf und begann mir etwas Feuerholz zu suchen. Anschließend entfachte ich auf ein paar flachen Steinen ein kleines Feuer, dass anfangs leider nicht sehr gut brannte, da die ganze Zeit über ein beständiger Nieselregen fiel. Anschließend legte ich mich in mein Zelt und begann zu lesen. Das Thema der Wache lautete: Was brauchst du wirklich, um glücklich zu sein? Morgens wurden wir von den Teamern mit Gitarren und Gesang geweckt. Wir brachen unsere Zelte ab und gingen zurück zum Haus. Dort spielten wir dann noch einige Spiele, planten das Nachtreffen und gaben ein Feedback an die Teamer ab. Abends wurden uns unsere Tilop-Anstecker überreicht und anschließend gab es dann noch ein achtgängiges Abschlussessen mit vielen Spielen und einer kleine Abschlussfeier. Am nächsten Morgen begann der Tag mit einer kleinen Ostereiersuche bevor das Haus und der Platz ordentlich aufgeräumt wurden. Dann fuhren wir gemeinsam nach Ebermannstadt, wo das Tilop offiziell beendet wurde und wir mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause fuhren.

Bericht: Daniel Salbaum

 

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